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IG Metall StreitBar –„Wie wollen wir leben und arbeiten“

von IG Metall Krefeld am 09. August 2013

Die IG Metall Krefeld ging im Rahmen einer Veranstaltung mit dem Fortschrittsforumsmitglied Werner Nienhüser der Frage nach: „Wie wollen wir leben – Wie wollen wir arbeiten?“.


Professor Dr. Werner Nienhüser von der Universität Duisburg-Essen und Mitglied der Arbeitsgruppe "Leben und Arbeit" des Fortschrittsforums, gab einen Impuls, wie "mehr Transparenz und Teilhabe in der Arbeitswelt" erreicht werden könne und beleuchtete die Fragen, wie es um die Unternehmensmitbestimmung. Ebenfalls ging er der Frage auf den Grund, weshalb nicht in allen wahlfähigen Betrieben auch Betriebsratswahlen stattfinden würden.

Professor Nienhüser zeigte  auf, dass es in der Bundesrepublik eine schwache Verbreitung von Betriebsräten gebe und dass in nur neun Prozent der betriebsratsfähigen Betriebe auch tatsächlich Wahlen stattfinden. Im Jahre 2012 wurden in Westdeutschland nur noch 42 Prozent der Beschäftigten durch  einen Betriebsrat vertreten. Sogar 34 Prozent der Beschäftigten im Westen und 45 Prozent im Osten arbeiten in Betrieben ohne Betriebsrat und jeglichen Tarifvertrag.

Ralf Claessen, 1.Bevollmächtigter der IG Metall Krefeld: "Eine erschreckende Entwicklung in den letzten Jahren, die viel über die Demokratie im Betrieb aussagt und dabei haben wir gerade sechzig Jahre Betriebsverfassungsgesetz gefeiert."

Die Gründe sind nach Auffassung auch der Gewerkschaften vielfältig, gerade bei Unternehmensneugründungen gibt es keine Betriebsräte, Sanktionen gegen Beschäftigte, die Betriebsräte gründen wollen und vielfach auch mangelndes Interesse sind hier gegeben.

In anderen Ländern hingegen sind Betriebsräte zum Teil verpflichtend, wie Professor Nienhüser berichtete.  Auch in der Bundesrepublik gebe es dafür konkrete Beispiele: Zum Beispiel seien Personalräte im öffentlichen Dienstes auch in Deutschland verpflichtend.

Die Teilnehmer der Veranstaltung diskutierten intensiv das Pro und Kontra von gesetzlichen Regelungen zu Betriebsratsgründungen. Prof. Nienhüser stellte die Schlussfolgerung und Forderung in den Raum, dass neben mehr Transparenz und einer verbesserten Unternehmensmitbestimmung Betriebsräte in Betrieb gesetzlich verankert werden sollten."Für jeden Betrieb [der die derzeit geltenden Voraussetzungen erfüllt] ist ein Betriebsrat gesetzlich verpflichtend vorzusehen" so Nienhüser. 

Die meisten Teilnehmer der Veranstaltung schlossen sich dieser Forderung an, welche auch in den nächsten Jahren mit der Politik diskutiert werden sollte.Ralf Claessen machte noch einmal deutlich: "Wer über Demokratisierung der Gesellschaft redet, muss auch die Demokratisierung der Wirtschaft wollen. Längst sind Betriebsräte in dieser Republik nicht auf Augenhöhe mit den Unternehmern, in vielen entscheidenden Fragen der Wirtschaftlichkeit sind Arbeitnehmervertretungen weiterhin außen vor. Das wollen wir verändern."




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