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Isabella Greif

Isabella Greif

studiert Politikwissenschaft und Friedens- und Konfliktforschung in Marburg und ist Mitglied des Vereins „women and life on earth“

Die Ökonomie des Glücks

von Isabella Greif am 16. Dezember 2011

Der Film „Die Ökonomie des Glücks“ spiegelt die Folgen der Globalisierung an Einzelschicksalen, gibt abstrakten Vorgängen Namen und Gesichter. Und richtet hierbei unseren Blick auf eine potentiell sehr wertvolle Resource: lokale Ökonomien. Eine Rezension.


The Economics of Happiness - Official Trailer from The Economics of Happiness on Vimeo.

Am 28.11.2011 hatte der bereits vielfach international ausgezeichnete Film „Die Ökonomie des Glücks“ deutsche Premiere in der Heinrich-Böll Stiftung in Berlin. Rund 200 Menschen kamen zu der Filmvorführung und diskutierten im Anschluss ihre Eindrücke und Reaktionen.  
 
Wirtschaftliche Globalisierung hat zu massiver Expansion und Machterweiterung von Großunternehmen und Banken geführt, wodurch die Probleme verschärft wurden, mit denen wir heute konfrontiert sind. „Die Ökonomie des Glücks“ identifiziert die Ursachen der aktuellen Krisen von der globalen Erwärmung über das Finanzchaos bis hin zu steigender Arbeitslosigkeit und Depression. Und der Film bietet darüber hinaus auch Lösungen für diese schweren Krisen.

Zunächst zeigt der Film Verbindungen auf zwischen den drängenden Problemen dieser Zeit. Und verweist hierbei auf das globale, nicht nachhaltige Wirtschaftssystem. In einer beeindruckend deutlichen Art und Weise gelingt es der Dokumentation die komplexen wirtschaftlichen, ökologischen und sozialen Zusammenhänge verständlich und nachvollziehbar darzustellen. Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler, Aktivistinnen und Aktivisten aus der ganzen Welt argumentieren für eine Lokalisierung wirtschaftlichen Handelns als Strategie, um unseren Ökosystemen, unseren Gesellschaften und uns selbst zu einem besseren Leben zu verhelfen.

Es wird das Potenzial einer globalisierungskritischen Bewegung beschrieben, die die Welt grundlegend verändern könne. Der Film zeigt, dass unzählige Initiativen durch ein gemeinsames Ziel vereint sind: demokratischere, menschlichere, ökologische und lokale Ökonomien – die Gründung einer „Ökonomie des Glücks“. Die Dokumentation regt an darüber nachzudenken, ob und wie auch das eigene Handeln lokal und nachhaltig gestaltet werden kann.

Wirtschaftliche Globalisierung zugunsten transnationaler Großunternehmen wird in einen Zusammenhang gestellt mit der weltweit steigenden Armut – auch als Folge des materiellen Reichtums und der überzogenen Gier einiger weniger Menschen. So provoziert „Die Ökonomie des Glücks“ eine Auseinandersetzung mit den eigenen Annehmlichkeiten und reflektiert deren globale Dimension. Die Dokumentation leistet einen wichtigen Beitrag dazu, andere, nachhaltige Wirtschaftsformen kennenzulernen und das derzeitige, von Krisen geprägte System zu hinterfragen.

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Produziert wurde die Dokumentation von der Wissenschaftlerin und Autorin Helena Norberg-Hodge. Sie gründete die Internationale Gesellschaft für Ökologie und Kultur ISEC (International Society for Ecology and Culture) sowie das Ladakh-Projekt, dem Vorgänger von ISEC.

Übersetzt wurde der Film mit Hilfe des Vereins „Women and Life on Earth – Frauen in internationaler Zusammenarbeit für Frieden, Ökologie und soziale Gerechtigkeit e.V.“, der die Premiere auch organisierte.




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