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Artikel von D. Solte

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Dirk Solte

Dirk Solte

ist Privatdozent am Forschungsinstitut für anwendungsorientierte Wissensverarbeitung in Ulm. Sein Schwerpunktthema ist das Weltfinanzsystem.

Mit Wachstum aus der Krise? – Teil I.

von Dirk Solte am 12. Juli 2012

Die Menschheit stößt an die Grenzen ihres Lebensraums Erde! Das Streben nach mehr und immer mehr, das Streben nach dem Extrem, muss ein Ende haben, wenn wir nicht im Desaster enden wollen. Die Alternative mit Zukunft ist die Balance. Wir haben also die Wahl: Balance oder Kollaps?


Nachhaltige Entwicklung in einer globalisierten Welt

Obwohl es mittlerweile offensichtlich ist, dass es Grenzen für das Wachstum gibt, deren Überschreiten das Überleben der Menschheit bedroht, sind wir von einer nachhaltigen Entwicklung weiter entfernt als jemals zuvor. Warum ist das so? Das Problem und seine Lösung sind komplex und betreffen die Weltgesellschaft in ihrer kulturellen Vielfalt als Ganzes, und unsere Umwelt als unteilbaren Lebensraum. Das Problem ist global.

Für eine friedensfähige Lösung brauchen wir ein gemeinsames Verständnis über die Herausforderung. Wir brauchen eine, die Vielfalt der Kulturen überbrückende und so die Weltgesellschaft einende Vision für ein gerechtes und faires einander begegnen und miteinander leben. Dann muss eine vertraglich gesicherte und einklagbare Verabredung aller erforderlichen Schritte und Maßnahmen auf einem machbaren Pfad zur Erreichung von nachhaltiger Entwicklung und Balance führen.

Dem stehen Eigennutz und die aktuelle Orientierungslosigkeit gegenüber, ausgelöst durch die Finanz-, Wirtschafts- und sozialen Krisen und die über uns hereinbrechende Flut aller meist als alternativlos bezeichneten Vorschläge, die oft widersprüchlich sind, auf einzelne Problemaspekte beschränkt und verschiedene Ziele verfolgen. Aus der Geschichte wissen wir, wo dies endet.

Wir brauchen dringend Klarheit und eine weltweite, gemeinsam getragene Strategie, und sei es auch nur aus einsichtsvollem Egoismus, für Teilhabegerechtigkeit und einen "Wohlstand in Balance für alle".

Optimale Balance des Wandels - Ökologische und soziale Marktwirtschaft

Woran krankt das aus dem Ruder laufende Weltfinanzsystem? Konsumansprüche, Wertschöpfungsversprechen, Teilhabegerechtigkeit, Wertschöpfungsfähigkeit und Umweltbeanspruchung einer wachsenden Menschheit sind durch das Streben nach dem Maximum völlig aus der Balance geraten. Die Welt ist überschuldet. Das ist das Kernproblem.

Leider kümmern wir uns vordergründig viel zu sehr um die Symptome des kranken Systems. So wird beispielsweise behauptet, das Problem seien die Derivate, das Problem seien die "Bankster" und es sei die Gier Einzelner und die hohen Bonuszahlungen, die an dem Desaster Schuld sind. Aktuell sollen die hohen Schulden der öffentlichen Hand und damit die Politiker die Übeltäter sein. All diese Aspekte sollen nicht klein geredet werden, sie treffen aber nicht den wesentlichen Kern hinter den sichtbaren Problemen: Was können wir an Wertschöpfung leisten ohne die Natur zu zerstören, denn nur soviel darf weltweit konsumiert werden, und was bedeutet faire Teilhabe?

Würden wir als Menschheit von bereits 7 Milliarden Menschen, die schon heute mehr Natur für sich beansprucht als da ist, mit unserer globalen Kulturleistung, mit unserem derzeit verfügbaren Wissen, dem Umfang, dem Niveau und der Ausprägung der Produktionsanlagen (unserer "Produktions-Kultur"), soviel Waren und Dienstleistung als Wertschöpfung leisten und konsumieren, wie von der permanent wachsenden Zahl von Menschen auf dieser Welt nachgefragt, versprochen und angestrebt wird , "fliegt uns der Planet Erde um die Ohren"!

Weil die Summe der Ansprüche ständig wächst haben schon lange eine Wertschöpfungslücke, die immer größer wird; und diese Wertschöpfungslücke überbrücken wir bislang mit immer neuem Kreditgeld, also mit Versprechen auf zukünftige Wertschöpfung, mit "Futur". Wir sagen: "Die Lücke werden wir später füllen; wer für seine Zukunft vorsorgen will, soll solange Schuldscheine als Vermögen sparen. Die kann man dann später gegen Wertschöpfung eintauschen". Solange man diesen Zukunftsglauben hat, ist das System relativ stabil. Wenn jedoch Zweifel aufkommen, geht der Kampf um die realen Werte los, um Natur und Kultur. Geld, also "Futur" will dann niemand mehr haben. Das ist der Kern der Weltfinanzkrise. Das gesamte System - die Weltökonomie - ist durch ein Übermaß spekulativer Verschuldung, gerade der privaten Seite, in einem instabilen Zustand. Für einen Weg der Balance brauchen wir eine gemeinwohlorientierte "sanfte" Entschuldung. Der bisherige Weg der Sozialisierung von Risiken und Haftung, Inflation, Schulden- oder Währungsschnitte, zerreißt die Gesellschaft.

Das globale Problem ist dreidimensional: Wirtschaft, Gesellschaft und Umwelt. Wenn wir nicht den Kollaps wollen müssen wir lernen "dreidimensional zu denken, doppelstrategisch zu handeln und maßvoll zu leben". Für den Einzelnen, die Politik, die Unternehmen, Bildungsinstitutionen und Regionen gilt es, im globalen Konkurrenzkampf mitzuhalten und gleichzeitig den Wandel zur Balance zu erwirken.

Die Natur ist begrenzt, wir brauchen mehr Kultur wenn wir Wohlstand in Balance für alle wollen! Weltweit müssen Produktions-Kultur und Konsum-Kultur umweltverträglich und sozial werden.

Bislang bauen wir die Kultur aber zurück, wir verkürzen beispielsweise die Schul- und Studienzeiten, bei notwendigen energetischen Sanierungen und im ÖPNV gibt es Investitionsstaus, generell sollen aber die Ausgaben für das Gemeinwesen sinken. Das ist das Spardiktat "der Intelligenz der Märkte", frohlocken deren Verfechter. Das darf nicht sein! Wir müssen dringend für mehr Umweltverträglichkeit das Gemeinwesen ausbauen, wir brauchen mehr Bildung, Maßnahmen zum Klimaschutz, Übertragungswege für alternative Energien und vieles andere mehr. Dafür brauchen wir eine "faire" Finanzierung der notwendigen Struktur-Transformation und eine dauerhafte Stabilität im Finanzsystem. Das ist Herausforderung und Chance für ein starkes Europa!

Im zweiten Teil wird Dr. Dirk Solte konkrete Politikansätze vorschlagen, um diesen veränderten Herausforderungen Rechnung zu tragen und einen "Europapakt zur Balance" skizieren.




10 Kommentare:

E. Herlyn

E. Herlyn am 16. Juli 2012 um 15:04 Uhr

Eine nicht differenzierte Fokussierung auf WACHSTUM zur Lösung der aktuellen Herausforderungen wie Verschuldung und Arbeitslosigkeit kann bei genauer Betrachtung der derzeitigen Situation nicht die Lösung sein.

Natürlich wäre ein schnelleres Wachstum ein wichtiger Bestandteil zur Lösung der genannten Herausforderungen.

Es darf dabei jedoch nicht außer acht gelassen werden, dass in einem an seine Grenzen stoßenden System Erde RESTRIKTIONEN zu beachten sind.

Diese Restriktionen sind - im Sinne der Nachhaltigkeit - sozialer und ökologischer Natur. Zu nennen sind bspw. die Gesamthöhe der CO2-Emissionen im ökologischen Bereich oder auch eine ausgewogene Verteilung der Einkommen im sozialen Bereich.

Unter Einhaltung aller notwendigen Restriktionen können dann alle Anstrengungen darauf verwendet werden, das Wachstum zu maximieren.

Ganz im Sinne der mathematischen Optimierung unter Nebenbedingungen.


M. Fromm

M. Fromm am 20. Juli 2012 um 10:33 Uhr

Diese hier aufgezeichnete Entwicklung führt offenbar dazu, dass der Club der Pessimisten sich derzeit leider vergrößert. Nach den Worten des amerikanischen Philosophen Ken Wilber gehen mittlerweile fast fünfzig Prozent der Wissenschaftler in der westlichen Welt davon aus, dass die Spezies Mensch das 21. Jahrhundert nicht überleben wird. Bereits im Jahr 1992 (!) unterzeichneten mehr als 1600 führende Wissenschaftler, darunter eine Vielzahl von Nobelpreisträgern, eine beispiellose Warnung an die Menschheit. Hierauf weist der amerikanische Buchautor Duane Elgin in seinem aufrüttelnden Buch „Ein Versprechen für die Zukunft“ hin, das sich ausführlich diesem Themenkomplex widmet.
Fazit? Die Wachstumswirtschaft führt uns aus zwei Gründen in die Sackgasse – aus einem wirtschaftlichen und einem ethischen Grund. Wirtschaftlich tun wir uns jetzt schon schwer, das bisher in unserem Gesellschaftssystem eingeplante Wachstum jedes Jahr zu erzielen. Und ethisch gesehen riskieren wir langfristig, die Lebensgrundlagen für unsere Spezies zu zerstören.
Wir sollten uns rechtzeitig daran erinnern, dass das einzige, was ungebremst wächst, die Krebszelle ist. Und ihr Wachstum führt letztlich zum Zusammenbruch des Systems und zum Tod – übrigens auch zum Tod der Krebszelle. Die Krebszelle ist ein sehr konkretes Beispiel für den Triumph eines gierigen Individuums, der auf Kosten des Ganzen geht. Die Abhängigkeit von der Theorie des immerwährenden Wachstums ist eine tödliche Bedrohung für das Leben auf unserem Globus.
Wir haben in vielerlei Hinsicht noch immer nicht ausreichend zur Kenntnis genommen, dass wir für nur kurze Zeit „Reisende in dem kleinen, automatisierten Raumschiff Erde“ sind, wie Richard Buckminster Fuller es sehr schön formuliert hat, und dass wir in diesem Raumschiff nicht etwa die Passagiere sind, sondern die Besatzung! Als solche liegt es in unserer Verantwortung, wohin wir das Raumschiff steuern und wie wir mit ihm umgehen.


A. Meyer

A. Meyer am 27. Juli 2012 um 14:54 Uhr

Vielen Dank für diesen hervorragenden Beitrag. Leider wird in Deutschland noch immer häufig der Fehler begangen, Fortschritt mit monetärem Wachstum gleichzusetzen. Dabei sind es keineswegs Geld und Konsumgüter, die unserer Nation fehlen, sondern soziale Komponenten wie Lebensfreude, Zeit für sich selbst und die Menschen in unserem persönlichen Umfeld, mit einem Wort: Lebensqualität.

Die meisten Berufstätigen leiden heute Stress und klagen über zu wenig Zeit für die Familie. Und doch werden die Kinder noch immer so erzogen, dass Ausbildung und ein gutes Gehalt die wichtigsten Lebensziele darstellen. Hier muss ein Umdenken stattfinden!


M. Forster

M. Forster am 30. Juli 2012 um 00:01 Uhr

Es gibt eine zunehmende Anzahl von Menschen die blindes Wachstum ablehnen und bereit sind für ein Leben nach dem Prinzip "weniger ist mehr", im Hinblick auf mehr Lebensqualität (Kultur, Bildung, Zeit, Familie, Gesundheit, intakte Natur, Artenvielfalt, gesundes Essen, Frieden) statt grenzenloser und riskanter Gier.
Und das gilt auch für die sog. "Green Economy". Auch hier muß mit Maß gewirtschaftet werden, um den ökologischen Grenzen des Planeten und der sozialen Verantwortung, Rechnung zu tragen. Was uns als "grünes Wirtschaften" verkauft wird, ist bei näherer Betrachtung oft gar nicht so nachhaltig und zeigt nur ein Weitermachen wie bisher, nur mit "grünem Marketing". Ich halte einen intensiven gesellschaftlichen Dialog über das Thema "Wohlstand ohne Wachstum" und über die Neudefinition von Wohlstandsindikatoren, die z.B. die Wertschöpfung von Kultur, Bildung, Familienarbeit und Artenvielfalt mit einbeziehen, für dringend notwendig. Aber was die aktuelle politische Entscheidungsebene betrifft, da scheinen wir noch weit entfernt zu sein, von zukunftsorientierter Sicht UND Handeln. Immer noch stehen Großprojekte wie die Dritte Startbahn am Flughafen München als alleinige Lösung für aktuelle Wirtschaftsprobleme da, obwohl in diesem Fall die Notwendigkeit bereits durch die rücklaufige Anzahl der Starts u. Landungen auf 2 Bahnen, klar widerlegt ist.
Es gibt viel zu tun. Laßt es uns anpacken. Auch bei den nächsten Wahlen..


R. Priese

R. Priese am 31. Juli 2012 um 21:21 Uhr

@ Herrn Solte: der Beitrag geht aus meiner Sicht prinzipiell in die richtige (wachstumskritische) Richtung, aber solche Sätze irritieren dann doch: "Für den Einzelnen, die Politik, die Unternehmen, Bildungsinstitutionen und Regionen gilt es, im globalen Konkurrenzkampf mitzuhalten".
Wir KÖNNEN - unter den gegebenen Bedingungen kapitalistischer Marktwirtschaft - nur zum Preis der Übernutzung natürlicher Ressourcen und der sozialen Erschöpfung "mithalten". Wir müssen eben weg von der Konkurrenz - hin zur Kooperation und Selbstorganisation (Ostrom).
Was hier noch fehlt ist der Verweis auf geld- und wachstumsunabhängige Formen, unsere Lebensbedingungen zu reproduzieren. Das "raus aus dem Teufelskreis" gewissermassen. Commons sind da nur ein Stichwort unter vielen. Silke Helfrisch


R. Priese

R. Priese am 31. Juli 2012 um 22:03 Uhr

Den obigen Kommentar bat Silke Helfrich mich, hier einzustellen. Es ist also i h r Text!

Ich würde gern im Anschluß an die Beiträge oben von R. Meyer und M. Förster den Satz von Herrn Solter in Frage stellen:
"Weil die Summe der Ansprüche ständig wächst...".
Gerade dies, meine ich, ist zu hinterfragen: Wir brauchen in diesen Diskussionen eine Debatte über den Unterschied von existentiellen menschlichen Bedürfnissen und künstlich erzeugten "Ansprüchen" als Folge einer wachstumsorientierten Wirtschaft. Unsere materiellen Bedürfnisse sind m. E. sehr begrenzt. (Wieviel materielle Güter brauchen wir wirklich, um zufrieden leben zu können?)
Dagegen haben wir starke soziale Bedürfnisse nichtmaterieller Art, etwa die nach Anerkennung, nach Bindung, nach sinnvollem Tun und Mitverantwortung, nach Teilen von Freude und nach innerem Frieden mit denen, die uns nahe sind- - - - - - - . Herr Solter meint vielleicht Ähnliches, wenn er von sozialer "Produktionskultur", "Konsumkultur" spricht.

Ich habe den Eindruck, dass die gesamte öffentliche Meinungsbildung einseitig geprägt wird und wir uns deshalb weitgehend irreführen lassen über das, was uns wirklich zu-frieden macht.


S. Frankenberger

S. Frankenberger am 02. August 2012 um 11:46 Uhr

Danke, Herr Solte, für Ihren Beitrag. Als Bundesvorsitzender der Ökologisch-Demokratischen Partei (ÖDP), kritisiere ich schon sehr lange den oft alternativlos dargestellten Wachstumszwang.
In der ÖDP diskutieren wir gerade das Grundsatzprogramm neu.
Ein wichtiger Teilaspekt ist für uns die Postwachstumsökonomie, die auch mit dem Slogan "Wohlstand ohne Wachstum" zusammengefasst werden kann. Uns allen muss klar sein, dass durch das Wachstum, wie es bisher verstanden wurde, immer Mensch und Natur auf der Strecke bleiben. Gerade jetzt - in Zeiten der Krisen - ist die Gelegenheit da, grundsätzlich darüber nachzudenken, wie wir in Zukunft leben wollen. Immer weiter, immer höher, immer schneller: Dieses Prinzip beschert uns Menschen und der Natur irgendwann den Zusammenbruch. Ich erlebe aber, dass immer mehr Menschen das Wachstumsprinzip hinterfragen und gemeinsam nach neuen Lösungen suchen. Wir sind viele - wir müssen uns vernetzen, dann können wir etwas ändern.
Herzliche Grüße
Ihr
Sebastian Frankenberger


H. Kopka

H. Kopka am 19. August 2012 um 16:25 Uhr

Gab es nicht schon vor über 40 Jahren den "Club of Rome"
Was ist heute neu ,und wurde damals noch nicht erkannt ?
Und welche Lösungen haben wir heute , auf die Fragen von damals ?
Außer vielleicht das das Problem der Überbevölkerung an Schärfe verliert.Wenn man den Statistikern glauben kann ?
Aber auch da liegt die Prognose bei 9 Milliarden Menschen , und wenn es nicht mehr werden ( wenn ? ) ist das zum größten Teil China zu verdanken !
China ,und seiner Familienpolitik die gerade von Deutschland am heftigsten kritisiert wird !


O. S.

O. S. am 11. Oktober 2012 um 23:46 Uhr

Jegliche ökonomische Überlegung fehlt bislang eine reelle Basis, mit der die Grenzen des Wachstums formal dargestellt werden können.

Solange man Wirtschaft in Geld misst, kann das nichts werden.

Das Messen von "Wirtschaft" mittels der Volkswirtschaftlichen Gesamtrechnung führt auf allen drei Wegen immer über den Geldwert zu einer Größe, die nicht real definiert ist.

Darüber hinaus wird diese so gemessene "Größe" auch noch zur Definition des Geldmengenwachstums herangezogen (zumindest in der reinen Lehre der Quantitätstheorie), so dass der perfekte Zirkelschluß vollständig ist.

Um damit klarzukommen, wird dann so ein Unsinn wie eine Geldumlaufrate und eine Inflationsrate ermittelt!

Wieso sind bislang keine Ökonomen mal auf die Idee gekommen, das etwas näher zu untersuchen, und darauf eine bessere Antwort zu geben?


Ich sage: Eine ordentliche Quantitätstheorie neuer Art benötigt weder die unsinnige Umlaufrate, noch eine Beobachtung der Inflationsrate oder ein Preisniveau.
Beides sind nur Korrekturfaktoren innerhalb der Tautologie namens alter QUantitätstheorie (bzw. heutiger ... )

Eine ordentliche Quantitätstheorie legt einfach und simpel fest, wie groß die Menge Geldes ist, die für eine sauber gemessene Menge von Wirtschaft angemessen erscheint.

Der Knackpunkt für alle bisherigen Ökonomen ist jedoch, eine solche absolute Messung von Wirtschaft als existent anzunehmen - oder diese Messung zu definieren.

Mein Motto: Die Ökonomie ist zu wertvoll, um sie den Ökonomen zu überlassen.
Daran halte ich mich ... denn ich bin kein Ökonom herkömmlicher Schule, und möchte die oben aufgeworfenen Fragen beantworten. Ich finde, es wird Zeit, diese Fragen zu diskutieren.


O. S.

O. S. am 12. Oktober 2012 um 00:07 Uhr

Nachtrag: Die Beschreibung des Problems ist dagegen sehr gut dargestellt. Das "Geld" als "Futur" zu beschreiben, trifft den Kern genau.

Nur, wie schon ausgeführt, ohne eine reale Messbarkeit von diesem in der Realität undefinierten Abstraktum "Wirtschaft" kann niemand den Nachweis führen, dass es zuviel "Futur" (sprich: Geld, für das irgendwann jemand reale Dinge haben will) für diese "reale Welt" gibt.

Erst wenn "Wirtschaft" real wirklich messbar ist, kann dieser Nachweis nachvollziehbar gelingen.

Ich finde, es wird Zeit - bislang finde ich jedoch wenig Interessierte.


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