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Artikel von F. Beck

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Frederik Beck

Frederik Beck

ist Referent im Grundsatzreferat des SPD-Parteivorstands und Mitglied im Fortschrittsforum.

Bleiben Sie unzufrieden

von Frederik Beck am 21. November 2011

Viele Menschen sind unzufrieden, schreibt unser Redakteur Frederik Beck. Beispielsweise mit der Art wie wir Wohlstand verteilen oder mit den Möglichkeiten politischer Teilhabe. Es gilt, diese Unzufriedenheit zu nutzen: für bessere Politik.


„Occupy“-Berlin: Enttäuscht vom System

Wenn es stimmt, dass Fortschritt, so Jean-Paul Sartre, das „Werk der Unzufriedenen“ ist, dann liegt Fortschritt in der Luft. Ob internationale „Occupy“-Proteste, Diskussionen über „die Alternative zum Kapitalismus“ (Die Zeit) oder Euro-Vertrauenskrise: Die Hinweise häufen sich, dass viele Menschen unzufrieden sind:

Unzufrieden mit der Art, wie wir wirtschaften und Wohlstand verteilen. Unzufrieden mit den Möglichkeiten, sich an Politik aktiv zu beteiligen. Und unzufrieden, wie Politikerinnen und Politiker ihr Handeln kommunizieren, erklären und rechtfertigen. Natürlich können wir noch nicht sagen, ob, wann und wie diese Unzufriedenheit zu Fortschritt wird. Aber eins ist klar: Die Diskussion darüber, was wir ändern und was verbessern sollten, hat längst begonnen. Auch im Fortschrittsforum.

Seit dem 17. Oktober denken die 95 Köpfe des Fortschrittsforums in drei Arbeitsgruppen darüber nach, wie wir in Zukunft leben wollen. Und haben sich vorgenommen, in den nächsten Monaten konkrete Politikkonzepte vorzulegen. Ebenfalls seit dem 17. Oktober, also seit fünf Wochen, ist auch unsere Debattenplattform freigeschaltet.

In den drei Debattenrubriken möchten wir Ideen liefern für bessere Politik. So schreibt zum Beispiel Gerhard Wegner gegen die Dauerverfügbarkeit der modernen Arbeitswelt an – und spricht vielen Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmern aus der Seele. Stephanie von Hayek beklagt das Fehlen von Philosophen in der Fortschrittsdebatte. Und Sigrid Richter präsentiert in unserem ersten Leserinnen-Artikel zehn Thesen, was Modernisierung konkret bedeuten könnte.   

So kann sie also auch aussehen: Unzufriedenheit, die zu Vorschlägen für bessere Politik wird. Noch mehr davon wünschen wir uns für die Zukunft. Denn Unzufriedenheit meint erst einmal: „Der augenblickliche Stand der Dinge gefällt mir nicht. Ich möchte, dass sich etwas ändert.“ Genau dieses Gefühl kann Grundlage für konstruktive Kritik, neue Ideen und schließlich aktives Handeln sein. In diesem Sinne: Bleiben Sie unzufrieden.

Frederik Beck




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