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Artikel von E. Stiefel

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Elisabeth Stiefel

Elisabeth Stiefel

ist Volkswirtin und Mitglied der Arbeitsgruppe Arbeit&Leben des Fortschrittsforums.

(K)ein Silberstreif am Horizont? - Wirtschaften als Haushalten

von Elisabeth Stiefel am 17. Dezember 2012

Die eindimensionalen Deutungsmuster der produzierenden Ökonomie greifen zu kurz. Elisabeth Stiefel plädiert dafür die Fundamente wirtschaftlichen Denkens mit dem ökonomischen und sozialen Wandel abzugleichen und den (Familien-)Haushalt als Grundbaustein ökonomischen Denkens mit einzubeziehen.


Die deutsche Kanzlerin bemüht gern die Schwäbische Hausfrau, wenn es um Strategien für eine bessere Zukunft geht. Sie sagt, was sie damit meint: unsere Ausgaben dürfen nicht höher sein als unsere Einnahmen. Die Leitfigur der Regierungschefin symbolisiert jedoch nicht nur das Auskommen mit dem Einkommen. Sparsames Wirtschaften ist das Eine, die Umwandlung des vorhandenen Gelds in die leibhaftige Versorgung von Männern, Frauen und Kindern, Jungen und Alten, Gesunden und Kranken das Andere.

Im späten Industriezeitalter besitzt dieses "Andere" eine brisante Aktualität. Allerorten suchen Wissenschaftler nach Zugängen zum subjektiv empfundenen Wohlergehen, dass den beschränkten Horizont des Wirtschaftskreislaufs überspringt. Wirtschaftsexperten und mit ihnen die Wirtschafts- und Sozialpolitik besitzen dafür nicht einmal ein Vokabular, geschweige denn ein System von Kategorien, aus dem sich Leitlinien entwickeln ließen.

In Ermangelung befestigter Wege ist man auf diejenigen angewiesen, an deren Wohlergehen sich staatliches Handeln zu orientieren hat. Nie zuvor erforschte man mit ähnlich intensiver Neugier die Zufriedenheit der Bevölkerung mit ihrem Alltag, nie zuvor warb man in ähnlicher Weise um ihre Mitwirkung bei der Zielfindung für notwendige Reformen. Zusammenhänge zwischen der Suche nach neuen Wohlstandsmodellen und den vielfältigen Experimenten mit direkter Demokratie sind unübersehbar.

Die Hausfrau an und für sich

Angela Merkel stammt nicht von der Schwäbischen Alb, sondern aus dem nordostdeutschen Flachland. Deshalb darf angenommen werden, dass die von ihr anvisierte Hausfrau nicht mit Kehrschaufel und Kittelschürze ausgestattet ist, sondern als Prototyp soliden Wirtschaftens gelten soll. Gerade deshalb empfiehlt es sich jedoch, ihre Grundsätze an den Bedingungen zu messen, unter denen sich diese in Realität verwandeln lassen.

Jahrhunderte lang wurden junge Frauen dazu gedrängt, sich aus vollem Herzen für den "Beruf" der Hausfrau und Mutter zu entscheiden. Oft wurden sie zu spät gewahr, dass die Familienrolle für sie nicht nur Glück bedeutete. Mit dem Jawort vor dem Traualtar verloren sie mit ihrem Namen auch ihre Individualität und Selbstbestimmung. Selbst die Erträge ihrer Arbeit fielen in die Zuständigkeit eines Mannes, der nach der Vorstellung des Gesetzgebers für sich und die Seinen die Gesamtverantwortung trug. Seine Hegemonie erschien als Muster für das Geschlechterverhältnis nicht nur in Familie und Gesellschaft, sondern vor allem auch in der ökonomischen Theorie.

Seit Jahrzehnten durchleuchten feministische Ökonominnen ihre Fachdisziplin nach Ansätzen für ein Wirtschaftsverständnis, dass auch die unbezahlte Arbeit im privaten Haushalt einbezieht. Sie beklagen, dass der Beitrag von Versorgungsarbeit zu Wohlstand und Lebensqualität in der Fachdiskussion unberücksichtigt bleibt. Es erscheint ihnen unverständlich, dass die Wirtschafts- und Sozialwissenschaften den (Familien-)Haushalt nur als Stätte des Verbrauchs von Konsumgütern zur Kenntnis nehmen. Erst recht bemängeln sie die Gepflogenheit, das wirtschaftliche Potenzial der Haushaltsmitglieder auf die - pro Kopf und in Geld zum Ausdruck gebrachte - Kaufkraft zu reduzieren.

Männliche Vertreter der Wirtschaftswissenschaften haben die Proteste ihrer Kolleginnen bisher wenig beachtet. Sie wissen nicht genau, was gemeint sein könnte. Zwar bestreiten sie nicht, dass das griechische Wort oikos (die Haus- und Wirtschaftsgemeinschaft) der Fachdisziplin ihren Namen gab. Auch erinnern sie sich daran, dass der Haushalt als Grundbaustein der Wirtschaft anzusehen ist. Nach ihrem ersten Fachsemester sind ihnen die Begriffe Haushalt und Haushalten jedoch abhanden gekommen. Selbst im Glossar von Fachbüchern bleibt die kleinste Wirtschaftseinheit häufig unerwähnt. Die Marktökonomie gibt sich den Anschein, als hätte ihr Regelwerk mit gelebtem Leben in kleinräumigen sozialen Zusammenhängen nichts zu tun.

Das Wirtschaftsverständnis des Industriezeitalters hört an der Marktgrenze auf. Neoklassische Theorien erörtern das Verhältnis von Kapital und Arbeit im Hinblick auf den Kreislauf marktgängiger Produkte. Auf dieser Schiene ist ein originärer Platz für Dienstleistungen an Personen nicht vorgesehen. Während der industrielle Produktionsarbeiter bis heute als Galionsfigur der wirtschaftlichen Entwicklung und des sozialen Fortschritts gilt, erschien die Arbeit im Haushaltsinneren und mit ihr die Hausfrau zunehmend als Relikt der Vormoderne.

Der homo oeconomicus als Repräsentant industriellen Wirtschaftens repräsentiert ein System, in dem Haushalt und Haushalten als Derivat der Marktökonomie, die Personensorge als Leerstelle und die Hausfrau als Konsumentin des Haushaltseinkommens fungieren. Der außermarktliche Bereich, sofern er überhaupt in den Blick genommen wird, erscheint als Beipack der Güterproduktion, dessen Teilhabe an wachsendem Wohlstand privaten Arrangements, vor allem jedoch dem Geschlechterverhältnis überlassen bleibt.

Im Fokus: Der Mann als Familienernährer

Das Unbehagen von Frauen gegenüber einem Verständnis von Wirtschaften, das Effizienz und Wettbewerbsfähigkeit ins Licht, das Miteinander der Generationen dagegen in den Schatten rückt, ist nicht neu. Schon im 19., erst recht jedoch im späten 20. Jahrhundert monierte man Widersprüche und Missverhältnisse. Man sah nicht ein, dass nur bezahlte Arbeit als richtige Arbeit gelten sollte, während das ökonomische Vakuum diesseits der Marktgrenze unbelichtet blieb.

In den vergangenen Jahren sind die Forderungen nach einem anderen Verständnis von Wirtschaften lauter geworden. Die Tatsache, dass die "privat" erbrachte Arbeit mehr als die Hälfte der insgesamt geleisteten Arbeitsstunden abdeckt, ist dafür nicht der einzige Grund. Ökonominnen machen geltend, dass der außermarktliche Bereich einer anderen Logik folgt als die Güterproduktion. Um beurteilen zu können, wohin die Entwicklung gehen soll, reicht es nicht aus, Umfragen zu machen. Die Blindheit gegenüber Wirtschaftsformen, die sich am Wohlergehen von Personen orientieren, ist tief verwurzelt im ökonomischen System.

Das gängige Wort der Reproduktion hat sich als Wegmarkierung für eine andere Wirtschaftsweise nicht bewährt.

Reproduktion, soweit der Begriff von richtigen Ökonomen je in den Mund genommen worden ist, bezeichnete ursprünglich jenen Teil des Markterlöses materieller Produktion, der zur Existenzsicherung der Produzenten und ihrer Familien aufzuwenden war. An eine Dimension, die auch die Fürsorge für Personen einbezog, wurde dabei nie gedacht.

Mit der Ausblendung des (Generationen-)Haushalts als Grundbaustein ökonomischen Denkens haben industriewirtschaftliche Theorien unbehelligt die Weltsicht der Gründerväter bis ins 21. Jahrhundert fortgeschrieben. Adam Smith und seinen Nachfolgern ging es primär um die Steigerung der Produktivität herstellender Arbeit. Auf diesem Hintergrund bedeutete Fortschritt in Theorie und Praxis wirtschaftlichen Handelns für mehr als zwei Jahrhunderte vor allem Wachstum i. S. der Expansion der Güterproduktion und der Öffnung der Märkte.

Die eindimensionalen Deutungsmuster der Produzierenden Ökonomie greifen jedoch zu kurz, wenn es um die Analyse des gesellschaftlichen und sozialen Wandels geht. Selbst in reichen Ländern nehmen Kinder- und Altersarmut zu. Besonders gefährdet sind alleinerziehende Mütter und ihre Kinder. Von Armut bedroht ist auch jener (zumeist weibliche) Teil der Erwerbsbevölkerung, deren Tätigkeit den ökonomischen Rändern zuzuordnen ist.

Nicht nur erwerbslose Hausfrauen, sondern auch Personen, die für konsum-, personen- oder haushaltsnahe Tätigkeiten entlohnt werden, gelten in der westlichen Welt unbesehen als unqualifiziert. Ihr soziales Ansehen ist gering. Zu allen Zeiten trugen sie ein besonderes Armutsrisiko. Ihr Arbeitsentgelt stand im Verdacht, Kosten zu verursachen, denen kein Ertrag gegenübersteht. Ohnehin galt ihr Verdienst stets als Zugabe zu Ressourcen, die nicht der eigenen, sondern richtiger Arbeit entstammten. Im Design industrieller Wohlstandsmodelle war (und ist) es die Aufgabe der Haushaltsvorstände als (Familien-)Ernährer, haushalts- und personennahe Dienste privat zu alimentieren. Sie wurden und werden dabei von den Nationalstaaten nach Kräften unterstützt.

Eine Neuorientierung des ökonomischen Paradigmas ist überfällig, wenn sich die "entwickelte" Welt nicht in der Sackgasse verlaufen soll. Das prominenteste Plädoyer für einen Perspektivwechsel enthält der Bericht der Stiglitz-Kommission aus Frankreich, der 2009 weltweites Aufsehen erregte. Seine Argumentation bezieht sich weniger auf Glück und Zufriedenheit als auf die Erweiterung des wirtschaftlichen Horizonts über die Marktgrenze hinaus. Leider spannt er den Bogen nicht weit genug.

Es ist an der Zeit, die Fundamente wirtschaftlichen Denkens mit dem ökonomischen und sozialen Wandel abzugleichen. Denn die Neoklassik kennt keinen Unterschied zwischen dem (männlichen) Individuum als Subjekt des Wirtschaftens und dem von ihm unterhaltenen Haushalt. Dieses Modell überlässt haushälterisches Handeln ebenso wie die Versorgungsarbeit im Haushaltsinneren einer namenlosen Person als Nichtarbeiterin.

Im 21. Jahrhundert gehört sowohl die Allzuständigkeit des Familienernährers als auch die Hausfrau in seinem Schatten, der Vergangenheit an. Ein neues Wohlstandsmodell orientiert sich zum Einen am Auskommen mit dem Einkommen, zum Anderen am Wohlergehen von Jung und Alt durch gegenseitige Fürsorge im Binnenraum von Haushaltsgemeinschaften.




3 Kommentare:

M. Busemann-Holters

M. Busemann-Holters am 08. Januar 2013 um 16:36 Uhr

Frau Stiefel geht den richtigen Weg, indem sie die Rahmenbedingungen hinterfragt, unter denen ein solides, verantwortliches Haushalten erwartet wird.
Obwohl für alle in irgend einer Weise die Basis ihrer Lebensführung in einem (ihrem) Privat-Haushalt zu finden ist, fehlt es an Wertschätzung gegenüber den Leistungen, die dies ermöglichen – leider auch bei Frauen.
Vor diesem Hintergrund stellen sich mir grundlegende Fragen:
• In welchem Maße ist den Frauen bewusst, wie viel Arbeit sie innerhalb ihres eigenen Haushaltes leistet? Ist der unselige Begriff der „Nur-Hausfrau“ die Beschreibung eines Lebens ohne Verantwortung, ohne Beanspruchung, ohne Einsatz und damit „Hausfrau“ zum Synonym von Unfähigkeit und Minderwertigkeit geworden?
• Steht das Wort „Fürsorge“ inzwischen nur noch für die Soziale Sicherung durch den Staat und ist so gar nicht mehr verständlich zu machen, wie umfassend der Arbeitseinsatz ist, wenn jemand für einen anderen „Sorge trägt“? Die Schaffung von Kindertagesstätten, die den Familien suggerieren, mit der Betreuung der Kinder seien alle Hindernisse auf dem Weg ins Erwerbsleben ausgeräumt, reduzieren die Arbeit in der Familie auf eine bloße Anwesenheit zur Beaufsichtigung, zumal inzwischen davon ausgegangen wird, das Erziehung, Bildung, Entwicklung von Sprache und kultureller Teilhabe nur von Fachkräften geleistet werden kann – in 30 oder 40 Wochenstunden. (Dabei drängt sich die Frage auf, wie die Konsumgüter, die in den Privathaushalten verbraucht werden, ausgesucht, herbeigeschafft, genutzt, gepflegt, verarbeitet und ggf. entsorgt werden.)
Ist es nicht dringend notwendig, ein Unterrichtsfach in den Schulen einzuführen, in dem die Zusammenhänge zwischen den Haushalten auf verschiedenen Ebenen (z. B. Staatshaushalt, Firmenhaushalt, „Lebenshaushalt“ (= Privathaushalt) erklärt bzw. untersucht werden?
Wo sonst lernen junge Menschen, die in „Ganztagsbetreuungen“ ihren Tag verbringen, das Management ihres eigenen Lebens?
Das Leben in dem von Frau Stiefel treffend bezeichneten „Binnenraum von Haushaltsgemeinschaften“ wird durch die Rahmenbedingungen (Arbeitsplatzstrukturen in Verknüpfung mit Begleitinstitutionen) zeitlich so beschnitten, dass die praktische Weitergabe von elementaren Haushalts-Fähigkeiten gar nicht mehr stattfindet und dadurch grundlegendes Wissen um das „Auskommen mit dem Einkommen“ nicht mehr weitergegeben wird.


E. Stiefel

E. Stiefel am 14. Januar 2013 um 22:24 Uhr

Liebe Frau Busemann-Holters,
danke für Ihren Kommentar. Er bringt die Erfahrung der Vielen (Frauen und Männer) auf den Punkt, die sich täglich damit abmühen, ihre Familienaufgaben mit den wachsenden Anforderungen des sog. Arbeitslebens in Einklang zu bringen.

Die Plattform, auf der wir uns hier begegnen, fragt nach den Bedingungen für ein gutes Leben für alle. Es ist erstaunlich, dass sich unter diesem Vorzeichen die meisten Beiträge damit begnügen, über industrielle Erwerbsarbeit nachzudenken. Bestenfalls moniert mal jemand, dass bezahlte Arbeit immer tiefer eindringt in Bereiche, die wir lieber für uns selber nutzen würden. Sie bringen in eigenen Worten zur Sprache, was Fachleute Entgrenzung von Privat- und Erwerbsleben nennen.

Feministische Ökonomie geht davon aus, dass nicht der Arbeitsplatz bei VW oder Aldi, sondern die Wirtschaftsgemeinschaft Haushalt Bezugspunkt des Fortschritts sein sollte. Nur so ist es möglich, menschliche. technische und die Ressourcen der Natur aufeinander zu beziehen und in eine Balance zu bringen. Ein erster Schritt in diese Richtung wäre eine breite öffentliche Diskussion darüber, ob oder ob nicht unsere gängigen ökonomischen Sichtweisen diesem Anspruch genügen können.
Elisabeth Stiefel


B. Ehlert

B. Ehlert am 03. Februar 2013 um 11:54 Uhr

Liebe Frau Stiefel,
zu der von Ihnen beschriebenen Problematik des Wirtschaftens möchte ich einmal eine Textpassage aus dem Buch des Philosophen und Geschichtswissenschaftlers Otto Zierer anführen und fragen, ob hier nicht vom Grundmuster her große Parallelen zu unserem heutigen Wirtschaften zu erkennen sind. Zierer schreibt in seinem Buch "Große illustrierte Weltgeschichte – Die Adler von Rom", München 1981, S. 270-271):
"Zwar tragen die römischen Staatsdokumente, Inschriften und Standarten das Zeichen SPQR - Senatus Populusque Romanus - Senat und Volk Roms - aber die politische Wirklichkeit sieht anders aus.
Der goldene Segen, der sich aus den Provinzen über die Republik ergießt, die gewaltige Macht, die sich in den Händen der herrschenden Männer ballt, haben die Kluft zwischen Patriziern und Plebejern neuerdings und schärfer denn je aufgerissen. In der Partei der Optimaten sind alle adeligen und die durch Geld, Besitz und Ämter ausgezeichneten Männer zu einer Einheit zusammengefasst; ihr stehen die Popularen gegenüber, die Partei des Volkes, das sich von Gewinn, Mitbestimmung und hohen Ämtern ausgeschlossen sieht. [...]
Weil nach römischem Gesetz die Ämter jährlich wechseln, sind die Verwalter der Provinzen bemüht, sich in der kurzen Frist von zwölf Monaten mit allen Mitteln zu bereichern. [...] Jeder versucht, nicht nur den Pachtzins, sondern darüber hinaus riesige Summen für eigene Rechnung zu erpressen. [...] In wenigen Monaten sammeln sie auf diese Weise ungeheure Vermögen an, während ganze Landstriche in den ausgeplünderten Gebieten verarmen. [...]
Die unzufriedene, entwurzelte Masse wird zum Proletariat. Auf der Jagd nach Geld und Vergnügungen füllen die Verarmten die immer prachtvoller werdenden Straßen Roms; da sich ihnen keine Möglichkeiten zum eigenen Lebenserwerb mehr bieten, kennen sie nur zwei Ideale: Panem et Circenses - Brot und Spiele!
Wer mit vollen Händen Schätze unter die Menge wirft, wer täglich seine Kornspeicher öffnet, um an die Armen und Hungernden unentgeltlich Brot zu verteilen, wer große, prachtvolle Zirkusspiele veranstaltet, zu denen jeder freien Eintritt hat, dem öffnen sich durch die Wahlstimmen der Proletariermassen die hohen, einträglichen Staatsämter.
Der größere Teil der römischen Einwohnerschaft lebt nicht mehr vom Ertrag seiner Arbeit, sondern von den Gaben der Herren."

Zumindest geht es auch heute beim Wirtschaften in erster Linie um den maximierten Profit, und zwar besonders auf der globalen Ebene nach dem Recht des Stärkeren, bei dem alles Schwächere auf der Strecke bleibt . Es ist absehbar, dass diese Art des Wirtschaftens als Muster und Ideal in einer Welt mit zwischenzeitlich 7 Milliarden Menschen keine große Zukunft hat.

In einer evolutionären Persepktive, die ich vertrete, sollte nicht mehr die exzessive Ansammlung von materiellen Werten als allgemeiner Maßstab des Wachstums und als Ideal genommen werden, sondern das geistig-kulturelle Wachstum. Dazu gehören auch die wirtschaftlichen und sozialen Beziehungen von Mann und Frau, aber es geht weit darüber hinaus.